Prekärotopia

„Keiner für Alle, Niemand für Jeden, Viele und Andere, Jeder allein…“. Das ist das Fazit im Chor der Erschütterung des zeitgenössischen Singspiels von Beate Engl, Leonie Felle und Franka Kaßner. Die aus „prekär“, „Rotation“ und „Utopie“ abgeleitete Wortneuschöpfung PREKÄROTOPIA stellt die grundlegende Definition der Solidarität einer Gemeinschaft und des Individuums in Frage.
Im System PREKÄROTOPIA schwanken die drei Protagonistinnen Speaker, Poupée und Trickster zwischen Zerrissenheit und Antrieb, Triumph und Scheitern, Euphorie und Verzweiflung. Sie sehnen sich nach solidarischer Emanzipation und Partizipation und scheitern zugleich daran. So reflektiert PREKÄROTOPIA dramaturgisch die Herausforderung nach Solidarität und Haltung in globalen Gesellschaften, die aus unzähligen Parallelwelten bestehen. Man kann PREKÄROTOPIA als ein Manifest der Handlung sehen, das sogar das Scheitern und die Resignation von Speaker, Poupée und Trickster am Ende des Stückes als aktive Haltung formuliert. Die Künstlerinnen wollen Hierarchien aufbrechen und einen Diskurs über politisches Handeln und Verantwortung anstoßen.
PREKÄROTOPIA ist ein im Kollektiv entwickeltes Gesamtkunstwerk, das Skulptur, Text, Film, Musik und Performance miteinander verbindet. Neben den Live-Aufführungen des Singspiels manifestiert sich eine inhaltlich essenzielle, analytische und diskursive Ausstellung, die voll von visuellen Erlebnissen ist. Die Künstlerinnen erschaffen für PREKÄROTOPIA im A.K.T; ein installatives Parcours-Universum aus Skulpturen, Instrumenten, Kostümen, Liedern und Videos, in welchem sie die Objekte als Requisiten für die moderne Aufführung des Singspiels mit 13 selbstkomponierten Punk-, Chanson- und Agit- Pop-Einlagen nutzen.

Kuratiert von Janusz Czech
PREKÄROTOPIA wurde 2019 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München uraufgeführt und mit dem Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet.

Prekärotopia wurde 2019 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München uraufgeführt und mit dem Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet.
Kuratiert von Janusz Czech.

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Programmheft zum Download

 

 

Live-Mitschnitt Singspiel aus dem A.K.T; 2.10.2020 21 Uhr

Musikvideos PREKÄROTOPIA

Alle Musikvideos zu PREKÄROTOPIA
Film: Adrian Campean, Hagen Keller, Felix Pflieger, Felix Press // concept and cut: Beate Engl, Leonie Felle, Franka Kaßner Digital 35, 16:9, gesamt 41 min.

PREKÄRAOKE

Singe PREKÄROTOPIA mit deinen Freunden! 10 Lieder aus PREKÄROTOPIA mit Lyrics

Virtueller Rundgang

Uraufführung PREKÄROTOPIA in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2019

Künstlerinnen

Beate Engl (*1973, Regen) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Olaf Metzel, an der School of the Arts Institute Chicago und an der Bauhaus Universität Weimar. Als Artist in Residence war sie u.a. in den USA, Indien, Südkorea und in Uganda. Sie erhielt u.a. 2009 den Förderpreis Bildende Kunst der Stadt München, 2012 den Bayerischen Staatsförderpreis sowie 2014 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Engl arbeitet interdisziplinär im öffentlichen wie im institutionellen Raum, ihre skulpturale Annäherung ist dabei meist ortsspezifisch. Sie engagiert sich im Bereich Kunst und Bauen in verschiedenen Gremien, zurzeit in der Kommission des BBK München und Oberbayern.
http://www.beateengl.de/

 

Leonie Felle (*1979, Lindenberg im Allgäu) lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign München und an der Akademie der Bildenden Künste München. Die Künstlerin nutzt Fotografie, Installation, Text und Sound, um narrative Strukturen zu entwickeln und eine produktive Spannung zwischen den einzelnen Elementen anzulegen. Felle zeigte ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, wie in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus / Kunstbau und im Haus der Kunst in München, in der Halle 14 in Leipzig, im Kunstmuseum Liechtenstein, der Cité Internationale des Arts, Paris sowie im Fei Contemporary Art Center, Shanghai. Unter dem Namen „Leonie singt“ tritt Felle zudem seit 2009 mit Jakob Egenrieder (Bass), Hagen Keller (Gitarre und Akkordeon) und Sascha Schwegeler (Schlagzeug) auf.
https://www.leonie-felle.de/

 

 

Franka Kaßner (*1976 in Oschatz) ist eine deutsche Bildhauerin, sie lebt und arbeitet in Leipzig und München. Kaßner absolvierte eine Lehre als Holzbildhauerin in Berchtesgaden. Im Anschluss studierte sie Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste München (Meisterschülerin).In ihrem Werk vereint sie Malerei, bewegtes Bild, Musik, Text, Installation und Performance zur Skulptur. Einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit bildet die kritische Reflexion unseres kollektiven Gedächtnisses als Schauplatz und Verhandlungsort privater und öffentlicher Identitätsvorstellungen und der sozialen Konstruktion von Identität. Ihre Arbeiten wurden national und international in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, wie in der Pinakothek der Moderne, München, im Dommuseum zu Salzburg, der Kunsthalle Bremen oder dem Deutschen Theater in Timişoara, Rumänien. Sie erhielt unter anderem das Amerika Stipendium des Freistaates Bayern, ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds oder den Lothar-Späth-Preis.
https://www.galeriechristinemayer.de/artists/franka-kassner/

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Samstag 15.00-19.00 Uhr

Sonntag 11.00-19.00 Uhr

 

Bitte beachten Sie folgende Hinweise zum Besuch der Ausstellung aufgrund der Corona-Regelungen:

Die Ausstellung darf nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden.

Die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig im A.K.T; aufhalten können, ist begrenzt. Hierdurch kann es eventuell zu Wartezeiten kommen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte halten Sie einen Mindestabstand von 1,50m zu anderen Personen in den Ausstellungsräumen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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