Das dritte Geschlecht

Vielfalt ist mehr
Junge oder Mädchen? In Deutschland muss die Geburt eines Kindes, inklusive der Angabe des Geschlechts, innerhalb von einer Woche beim Standesamt angezeigt werden. Lange Zeit war ein binäres Geschlechterverständnis in unserer Gesellschaft vorherrschend, rechtlich und sozial existierten also nur die Geschlechter „männlich“ oder „weiblich“, was zur Folge hatte, dass Menschen mit anderer Geschlechtlichkeit aus der Gesellschaft ausgeschlossen waren. Seit 2013 können Menschen in Deutschland im Geburtenregister auf ihren Geschlechtseintrag verzichten oder seit Dezember 2018 auch den Eintrag „divers“ auswählen. Entscheidend war der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts im Oktober 2017, dass das Grundgesetz auch die geschlechtliche Identität von Personen schützt, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen. Doch wird ein dritter Geschlechtseintrag der geschlechtlichen Vielfalt schon gerecht? Wie wird geschlechtliche Zugehörigkeit definiert, und wie steht es um den Diskurs um das Geschlecht der nicht-binären, transidenten oder   intergeschlechtlichen Menschen?
Die Ausstellung „Das dritte Geschlecht. Vielfalt ist mehr“ zeigt multikulturelle Positionen, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und den Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt aus sozialer und gesellschaftlicher Sicht reflektieren.

Künstlerische Leitung: Janusz Czech, Tobias Ebel, Lisa Schlenker (künstlerische Assistenz)

Ausstellungsansichten

Künstler*innen

u.a. mit Werken von:

ALOK,
Lukas Avendaño & Mario Patiño,
Michel Beauchemin, Lori Levy &
Gretchen Vogel,
Danielle Brathwaite-Shirley,
Bex Day,
Jake Elwes,
Yishay Garbasz,
Marco Goecke,
Sunil Gupta,
Robin Hammond,
Alex Heide,
Silke Helmerdig,
Lena Hetzel,
Rad Hourani,
Melanie Jilg,
Ins A Kromminga,
Jean-Jacques Lebel,

Marie Losier,
Carlos Motta,
Zanele Muholi,
Vanessa Ohlhausen,
Ulrike Ottinger,
Christina Pasedag,
Sally Potter,
Chantal Regnault,
Daniel Rycharski,
Walter Schels,
Linda Simpson,
Charan Singh,
Darryl DeAngelo Terrell,
Molly Vaughan,
Thomas Wartmann,
Joel-Peter Witkin,
Sarah Wong,
Taokan Xu,
Ryan Young,
Tobias Zielony

Jake Elwes "The Zizi Show"

 

„My latest work aims to bring together two things I love, artificial intelligence, and the world of drag performance. In an entertaining and humorous way, drag has allowed me to dig into some of the social issues built into machine learning technology. Drag is just such a brilliant medium for exploring the layers of construction and social bias in AI.

Working closely with friends from the London drag scene, in Zizi we have created a ‘deepfake’ virtual cabaret. Deepfake technology has enabled us to collaborate with machine learning to do drag – trained on 13 extremely talented performers – perhaps proving that drag queens, drag kings and drag things will never be replaced by artificial intelligence.

The Zizi Project pushes the boundaries of both drag and AI to discover what AI can teach us about drag – and what drag can teach us about AI.”

– Jake Elwes, artist

"Die Katze wäre eher ein Vogel" von Melanie Jilg

 

Die Katze wäre eher ein Vogel
Das visuelle Hörstück – in 5 Einstellungen

Von Melanie Jilg

Vier intersexuelle Menschen erzählen von ihren Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen.
Was bedeutet die Infragestellung des Geschlechts, einer der wichtigsten Identitätsgrundlagen in unserer Kultur; sie erzählen von Fremdheit im eigenen Körper und Fremdheit in der Gesellschaft, die damit einhergehende Tabuisierung und zwanghafte Anpassung an die heterosexuelle Norm durch schwerwiegende Eingriffe in die (körperliche) Integrität eines Menschen; keine Möglichkeit sich auszudrücken, weil man schnell an Sprach- und Wissensbarrieren stößt und gleichzeitig die Sehnsucht nach Wahrnehmung und Anerkennung.
Doch wo liegt das eigentliche Problem?

Dieses dokumentarische Experiment will keinen Versuch machen, das medizinisch-biologische „Phänomen“ Intersex zu erklären. Mediziner/Innen werden in diesem Film nicht zu Wort kommen; ebenso wenig werden Bilder von „uneindeutigen“ Genitalien zu sehen sein .

Es geht darum, das Thema Intersex von einer anderen Seite zu betrachten, nicht von der Seite der Medizin, die noch immer die Macht der Kategorisierung innehat, von der alle Begrifflichkeiten pathologisierend geprägt sind und die die intersexuellen Geschlechtsvariationen zum Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen macht.

Genre: dokumentarisches Experiment/ visuelles Hörstück
Länge: ca. 55 min.
Bildformat: 16:9 / PAL
Musik: „Zombi“ mit der freundlichen Genehmigung von Kante ( www.kantemusik.de )
https://www.melanie-jilg.de/
http://www.die-katze-ist-kein-vogel.de/

Virtueller Rundgang

Vernissage

Öffnungszeiten

Donnerstag-Samstag 15.00-19.00 Uhr
Sonntag 11.00-19.00 Uhr

Wir freuen uns, Sie bald wieder bei uns im A.K.T; begrüßen zu dürfen!
Was bei einem Besuch der Ausstellung zu beachten ist, lesen Sie hier:

Es ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.
Es ist KEIN negatives Testergebnis o.ä. mehr notwendig!
Das Betreten der Ausstellung ist nur mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz erlaubt.
Bitte halten Sie den Mindestabstand von 1,50m zu anderen Personen in den Ausstellungsräumen ein.
Die Anzahl der Personen, die sich zeitgleich im A.K.T; aufhalten dürfen, ist begrenzt. Hierdurch kann es evtl. zu Wartezeiten kommen.
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Vielen Dank für Ihr Verständnis & wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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